Naturkindergarten

Gründungsimpuls

Wir* sind überzeugt, dass gutes, gesundes und verantwortungsbewusstes Leben, langfristig nur im Einklang und Kontakt zur Natur und Umwelt möglich ist. Aus dieser Grundüberzeugung heraus entstand unsere Motivation einen Naturkindergarten zu gründen und unseren und zukünftig auch vielen anderen Kindern in der Großstadt die Möglichkeit eines naturverbundenen Aufwachsens zu ermöglichen. Wir verstehen unseren Kindergarten insofern auch als Modellprojekt, mit dem wir andere Menschen inspirieren und Wege aufzeigen möchten Natur für Kinder in der Stadt erleb- und begreifbar zu machen.

Pädagogisch orientieren wir uns an den Leitgedanken der Natur- und Waldorfpädagogik. Wir verstehen Kinder als gleichwertige Personen. Sie sind eigenständig und kompetent. Wie auch in der Waldorfpädagogik sehen wir in jedem Kind – ungeachtet seiner sozialen, ethnischen und religiösen Herkunft – eine einmalige und unantastbare Individualität. Die Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes erfordert die respektvolle und absichtslose Haltung der Pädagogen. Daher räumen wir jedem Kind die Zeit ein, die es für seine individuelle Entwicklung braucht. Naturpädagogisch begleitet bietet das Sein in der Natur den Kindern auf optimale Weise den für diese Entwicklung benötigten (Frei)raum. Wir sehen es als unsere Aufgabe die Kinder auf diesem Weg zu begleiten und sie dabei zu unterstützen Vertrauen in sich selbst und ihre Umwelt zu erlangen.

*Wir, das sind übrigens die zwei jungen Familien Dahmen-Schmock-Terwey aus dem gemeinnützigen, genossenschaftlichen Quartiersprojekt Forum Kreuzberg.

Team

Unser Erzieherteam besteht aus drei staatlich anerkannten Erzieher*innen. Zwei unserer derzeitigen Erzieherinnen sind Waldorferzieherinnen. Die dritte Erzieherin blickt auf viele Jahre naturpädagogische Erfahrung in den Schweizer Alpen zurück.

Unsere Erzieher*innen sind Wegbegleiter und Vorbilder für die Kinder. Dabei ist uns wichtig für die Kinder zu erleben, dass auch Vorbilder Fehler machen, diese eingestehen und damit offen und authentisch umgehen.

Um den eigenen Weg zu finden, unterstützen unsre Erzieher*innen die Kinder dabei eigene Ideen zu entwickeln, individuelle Schwierigkeiten zu überwinden und eigene Lösung zu finden.

Wir als Gründungsfamilien möchten, mit Unterstützung der Genossenschaft Forum Kreuzberg, einen Ort schaffen, an dem achtsame Pädagogik und Naturerleben den Kindern im Kiez zugute kommen.

Unsere Räume

…in der Natur

Im Plänterwald, sowie auf dem OSZ-Gelände stehen den Kindern keine konventionellen Spielgeräte zur Verfügung, die Natur selbst ist der Spiel-, Lern- und Erlebnisraum. Aus den Ressourcen, die uns die Natur liefert werden wir gemeinsam Spielgeräte herstellen – Kreativität, Improvisation, Umsetzungskraft und Geschick werden geschult. Je nach Möglichkeiten werden wir Verantwortung für eine bestimmte Waldfläche, Beet- oder Ackerfläche übernehmen, Sorge tragen, pflanzen, ernten und verarbeiten. Die Natur wird als ein lebendiges und schützenswertes Gut erlebt, welches man sich schonend zu Nutze machen kann. Sie vermittelt dabei viele wichtige Werte, ohne dass sie künstlich konstruiert und gefördert werden müssen. Wald, Beet oder Acker sind auch außerhalb der Kindergartenzeiten für die ganze Familie zugänglich, sodass auch hier die Integration und Kontinuität des Naturerlebens in Familie und Alltag gefördert wird.

…in der Stadt

Der Naturpädagogische Ansatz spiegelt sich auch in unseren Räumlichkeiten in der Genossenschaft des Forum Kreuzbergs wider. Die verwendeten Spiel- und Bastelmaterialien bestehen überwiegend aus natürlichen Materialien. Ein bewusster, achtsamer und ressourcenschonender Umgang mit den Materialien soll den Kindern auch innerhalb der Räumlichkeiten Achtsamkeit und Bewusstsein für ihre Umwelt vermitteln. Die Räume sind klar und behaglich-ruhig eingerichtet und geben den Kindern die Möglichkeit, dass in der Natur Erfahrene in Ruhe zu verarbeiten. Gemütliche kleine Rückzugsoasen zu schaffen ist uns dabei wichtig.

Natur- und Waldorfpädagogik

Naturpädagogik

Wir möchten Kindern ermöglichen ihre Ich-Kompetenzen zu stärken, indem sie das eigene Sein in und mit der Natur mit allen Sinnen erfahren und eine Beziehung zur Natur und deren Elementen aufbauen. Die freie Natur bietet Kindern einen idealen Spiel- und Lebensraum, in dem sie sich motorisch, sensorisch wie auch kognitiv erfahren und entwickeln können. Das viele Draußen-sein stärkt das Immunsystem und die große Bewegungsfreiheit fördert die grobmotorische Entwicklung. Während des Umgangs mit den verschiedensten natürlichen Materialien werden Fühlen und Tasten und durch den Umgang mit Werkzeugen die Feinmotorik unterstützt. In der vermeintlichen Ruhe des Waldes werden Vögel gehört, Spuren identifiziert, Käfer und Nester entdeckt, die im Lärm des Alltags untergehen. Im Nachmittagsbereich geben wir den Kindern die Möglichkeit draußen Erlebtes kreativ und künstlerisch verarbeiten, indem wir beim Werken, Bauen und Spielen Erlebtes und Gesammeltes aufgreifen.

Wir glauben, dass Kinder von sich aus bestrebt sind, zunehmend an den Herausforderungen des Lebens zu partizipieren, einen Beitrag für die Gemeinschaft zu erbringen und sich dadurch als selbstwirksam zu erleben. Naturpädagogisch begleitet bietet die Natur den Kindern auf optimale Weise diesen Raum – Eigenverantwortung zu üben, das solidarische Einbringen in die Gemeinschaft zu erproben und ein Verantwortungsbewusstsein für unsere Welt zu entwickeln.

Waldorfpädagogik

Neben der Naturpädagogik orientieren wir unseren pädagogischen Alltag an der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik und streben eine Anerkennung durch die Vereinigung der Waldorfkindergärten an. „Rhythmus & Wiederholung“ und „Vor- bild & Nachahmung“ sind im ersten Jahrsiebt waldorfpädagogische Merkmale, welche in der Natur, Pflanzen- und Tierwelt erfahr- und beobachtbar sind.

Menschenbild, Rolle von Erziehung und Bildung in der Waldorfpädagogik

Die Waldorfpädagogik sieht in jedem Kind – ungeachtet seiner sozialen, ethnischen und religiösen Herkunft – eine einmalige, unantastbare Individualität, die aus der Vorgeburtlichkeit ein ganz persönliches Schicksal in das jetzige Erdenleben mitbringt und für dessen Bewältigung das Kind selbst seine noch verborgenen Impulse, Begabungen und Fähigkeiten entwickeln will. Die uns anvertrauten Kinder bringen ihre eigene Geschichte, ihren kulturellen und familiären Hintergrund mit. Sie kommen als Individualitäten zur Welt, die sich mit ihren Anliegen, Neigungen und auch Handicaps entwickeln und ihren eigenen Weg gehen wollen. Die Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes erfordert die respektvolle und absichtslose Haltung des Pädagogen. Daher räumen wir jedem Kind die Zeit ein, die es für seine individuelle Entwicklung braucht. Aus diesem Menschenbild heraus wollen wir einen Kindergarten betreiben, der dem Kind eine Umgebung ist, in der es sich selbst bildet, seine eigenen Lebensmotive entwickelt und auf der Grundlage einer tragfähigen Gesundheit (körperlich, seelisch und geistig) sein Leben zukünftig in Beziehung und Verantwortung aus Freiheit für sich und die Welt bewusst ergreift. Erziehung und Bildung sollen diesen Weg zur Freiheit und Verantwortungsfähigkeit des Menschen als mündiges Mitglied einer sozialen Gemeinschaft unterstützen.

Rhythmus & Wiederholung

Der Tagesrhythmus orientiert sich an alltäglichen Notwendigkeiten und lebenspraktischen Tätigkeiten, die sich rhythmisch wiederholend, und bewusst gestaltet vollziehen. Das Kind kann im Wiedererkennen der einzelnen Elemente ein Zeitgefühl und Sicherheit für Raum und Umgebung entwickeln. Es wird durch die Wiederholung im Wahrnehmen, Nachahmen und Lernen unterstützt. Der Jahreslauf ist geprägt von den verschiedenen Jahreszeiten, welche durch die begleitenden Feste besondere Aufmerksamkeit erfahren. Unser Kindergarten-Tag ist von vielfältigen Ritualen geprägt. Insbesondere Kinder mit sprachlichem Förder- oder gesellschaftlichem Integrationsbedarf profitieren von den Fingerspielen und Liedern, die beim Morgen-/Nachmittagskreis oder Tätigkeiten wie Aufräumen, Essen, Zähneputzen oder Schlafengehen immer wiederholend auftauchen.

Vorbild & Nachahmung

Für Kinder ist Spielen Arbeit. Sie bereiten sich damit in freudvolle Weise auf ihr Erwachsenenleben vor. Was den Erwachsenen in ihrer Umgebung wichtig ist, ist für sie im Umkehrschluss wert zu spielen, zu üben und sich darauf vorzubereiten. Deshalb ist uns die Vorbildfunktion der Pädagogen sehr wichtig. Die Vorstellung von der „tätigen“ Pädagog*in spiegelt diese Haltung wieder. Wir sind entweder im direkten Kontakt mit den Kindern oder eben mit sinnvollen, lebenspraktischen Tätigkeiten beschäftigt (Schneeschippen, Laub harken, Schnitzen).

Anmeldung

Wir haben dein Interesse geweckt und du würdest dein Kind gerne anmelden? Bitte schreib uns einfach eine kurze, formlose Email (bitte keine Bewerbung) mit dem Namen deines Kindes, Geburtsdatum, deinem Namen, deiner Telefonnummer und Emailadresse. Wenn wir soweit sind, laden wir euch dann zu einem Informations- und Kennenlernabend ein. Der voraussichtliche Start des Kindergartenbetriebes ist für März 2019 vorgesehen. Wir nehmen Kinder ab 2 Jahre auf.

Kontakt

Naturkind Forum Kreuzberg gGmbH i.G.
Köpenicker Straße 175
10997 Berlin

0176 44577933 (Levka Dahmen), 0176 38749853 (Jelena Terwey)

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag
7:30 – 16.30 Uhr