Das Forum ist kein Einzelfall: In Berlin leben rund eine halbe Million Menschen genossenschaftlich, zu stabilen Mieten, in Häusern, die niemandem als Renditeobjekt dienen. Während die Angebotsmieten der Stadt in zehn Jahren um rund 86 Prozent gestiegen sind, zeigen Genossenschaften seit Jahrzehnten, dass es anders geht: Überschüsse fließen in Instandhaltung, Sanierung und neuen gemeinschaftlichen Wohnraum, nicht in private Taschen.
Bündnis junger Genossenschaften
Das Forum Kreuzberg engagiert sich im Bündnis junger Genossenschaften, einem Zusammenschluss von über 40 Genossenschaften, die in den letzten rund 30 Jahren gegründet wurden. In visionären Projekten und mit viel Eigeninitiative schaffen sie bezahlbare Wohnungen, Gewerberäume und Quartiere für Berlin.
Das Bündnis mischt sich ein. Sein Papier „Berlin, warum bist du so teuer geworden?“ benennt das Problem präzise: Die Stadt wächst, Umziehen ist nahezu unmöglich, Geschäfte und Kulturorte werden aus den Kiezen verdrängt, und über 1,1 Millionen Berliner Haushalte hätten Anspruch auf eine geförderte Wohnung, während der Bestand an gebundenem Wohnraum unter 100.000 gesunken ist. Gefordert wird eine Politik, die landeseigene Grundstücke gezielt an Genossenschaften vergibt, die Förderung ausweitet und Kooperation ernst nimmt.
Warum uns das betrifft
Das Forum praktiziert seit 1972, was das Bündnis fordert: Boden in gemeinnütziger Hand, Wohnen ohne Rendite, Gewerbe für Handwerk und Kultur statt Höchstgebot. Wir teilen unsere Erfahrungen gern, mit jungen Projekten, mit Nachbarschaftsinitiativen, mit allen, die Wohnraum dauerhaft dem Markt entziehen wollen. Auch dafür sind unsere Führungen da.

