Bauen gehört im Forum zur Daueraufgabe. Familien wachsen, Kinder ziehen aus, Lebenskonstellationen ändern sich, und die Räume sollen mithalten. So wurde über die Jahrzehnte schon manches Loch durch die Wand zweier angrenzender Häuser geschlagen. Die jüngste Etappe war die größte: ein Neubau, die energetische Sanierung des gesamten Bestands und ein eigenes Energiekonzept.
Der Neubau Köpenicker Straße 172/173
2016 bezogen die ersten Bewohner:innen den Neubau. Er schließt die Lücke im Straßenzug und beantwortet eine Frage, die sich die Gründungsgeneration irgendwann stellen musste: Wie bleibt man Teil der Gemeinschaft, wenn Treppen zum Hindernis werden? Der Neubau ist barrierefrei erschlossen, mit Fahrstuhl, und macht Wohnen im Forum bis ins hohe Alter möglich. Gebaut wurde mit hohem Dämmstandard.

Energie vom eigenen Dach und aus der Tiefe
Parallel sanierte das Forum die Altbauten Eisenbahnstraße 21 und 23 sowie Köpenicker Straße 174 und 175 energetisch, so weit es die Architektur zuließ. Die Wärme kommt aus einem eigenen System: Blockheizkraftwerke erzeugen Strom und nutzen die Motorwärme fürs Warmwasser, Wärmepumpen holen Energie aus Erdsonden in rund 100 Metern Tiefe und aus der Luft, Wärmerückgewinnung führt Abwärme in den Kreislauf zurück. Ziel ist, möglichst wenig Primärenergie einzukaufen und den CO₂-Ausstoß gering zu halten. Um Betrieb und Weiterentwicklung kümmert sich eine eigene Arbeitsgruppe.
Ein Raum für alle
2022, pünktlich zum Fünfzigsten, eröffnete der Gemeinschaftsraum in der Köpenicker Straße 175. Fünfzig Jahre lang hatte das Forum Feste, Versammlungen und Kurse in wechselnden Provisorien gefeiert. Jetzt gibt es einen Ort, der allen gehört.
Klaus-Novy-Preis 2022
Im Jubiläumsjahr erhielt das Forum den Klaus-Novy-Preis für genossenschaftliches Bauen und Wohnen. Die Auszeichnung würdigt Projekte, die zeigen, wie gemeinschaftliches Wohnen dauerhaft und bezahlbar organisiert werden kann. Für das Forum war es die Bestätigung eines fünfzigjährigen Experiments.



