Das Forum war nie nur zum Wohnen da. In den Erdgeschossen, Hinterhöfen und Fabriketagen arbeiten Tischlereien, Ateliers, Therapiepraxen, eine Schauspielschule, ein Theater und soziale Projekte, zusammen 36 Gewerbeeinheiten auf rund 3.337 Quadratmetern. Vermietet wird nach Passung, nicht nach Höchstgebot: Über die Vergabe entscheidet die AG Produktivraumvergabe gemeinsam mit dem Förderverein.
Diese Mischung ist kein Zufall, sondern fünfzig Jahre gewachsen. Handwerk, das seit den Siebzigern im Haus ist, Künstlerinnen, die hier seit Jahrzehnten arbeiten, und junge Agenturen teilen sich dieselben Höfe. Wer eine Fläche sucht: Aktuelle Angebote stehen unter Freie Gewerbeflächen.
Ein Spektrum, kein Sortiment
Wer durch die Höfe geht, hört Maschinen, sieht Ateliertüren offenstehen und läuft an einem Theatereingang vorbei. Handwerk steht neben Gestaltung, Bühne neben Therapiepraxis, Manufaktur neben Büro. Diese Mischung war nie geplant, sie ist über fünfzig Jahre entstanden, weil immer die Frage im Vordergrund stand, wer hier hinpasst, und nicht, was am meisten Miete bringt.
Manche arbeiten seit den Siebzigern im Haus, andere sind vor zwei Jahren eingezogen. Einige beschäftigen ein Dutzend Menschen, andere sind allein. Was sie verbindet, ist weniger die Branche als die Bereitschaft, Teil eines Ortes zu sein, an dem man sich im Hof begegnet und die Nachbarschaft mitbekommt.
Für das Forum ist das keine Nebensache. Die Erträge aus den Gewerbeflächen und die Erbpacht aus den Wohnflächen tragen die Kultur- und Sozialprojekte des Fördervereins. Und dass hier tagsüber gearbeitet wird, macht den Unterschied zwischen einem Wohnblock und dem, was hier gern ein Dorf in der Stadt genannt wird.
Von Zeit zu Zeit öffnen sich die Höfe für alle: Beim Kunstfestival ÜbereckArt zeigen die Künstler:innen des Hauses, woran sie arbeiten.