Am 10. Mai 2019 wurden vor dem Haus Köpenicker Straße 174 drei Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an eine Familie, die hier wohnte, bis sie vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen musste.

Die Steine tragen die Namen von Dr. Robert Lesser (Jahrgang 1891), seiner Frau Elisabeth Lesser, geborene Schlesinger (Jahrgang 1895), und ihrer Tochter Renate Lesser (Jahrgang 1927). Robert und Renate Lesser flohen 1936 in die USA, Elisabeth Lesser 1938. Anders als die meisten, an die Stolpersteine erinnern, überlebten sie die Verfolgung.
Warum an dieser Stelle
Stolpersteine liegen dort, wo Menschen zuletzt aus freiem Willen gewohnt oder gearbeitet haben. Die kleinen Messingtafeln im Gehweg gehen auf ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig zurück, das seit den 1990er-Jahren in ganz Europa Verfolgte des Nationalsozialismus im Alltag sichtbar macht. Wer den Kopf senkt, um die Inschrift zu lesen, verneigt sich zugleich.

Zur Verlegung kamen Bewohner:innen des Forums und Nachbar:innen zusammen. Dass die Geschichte dieses Hauses auch die Geschichte der Familie Lesser einschließt, gehört heute zum Selbstverständnis des Forums. Die Steine bleiben, wo sie liegen, als Teil des Alltags und nicht als abgeschlossenes Kapitel.