Geschichte

Eine kurze Geschichte der Köpenicker Straße 174 und des Forum Kreuzbergs, aufgeschrieben 2002/03 von Jan Michael Leisse.

1900 – 1945

1900 - 1902 Jean Richard, der damalige Eigentümer des Grundstücks Köpenicker Straße 174 und Eisenbahnstraße 21, beauftragt den Maurer und Zimmermeister Oscar Garbe mit einer Neubebauung des Grundstücks. Es entstanden zwei, für die damalige Zeit typische Vorderhäuser, mit jeweils einem Quergebäude und einem Seitenflügel. Die Fassaden, wie auch die Innenräume  wurden mit üppigem, repräsentativem Stuck versehen. Die Eingangshalle der Köpenicker Straße 174, die heute unter Denkmalschutz...

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1946 – 1971

1946 Die Jüdische Gemeinde zu Berlin richtet ihr Bezirksbüro für kurze Zeit in der Köpenicker Straße 174 ein. 1947 - 1949 „Geschichtslandschaft  Berlin Kreuzberg”, erschienen im Nicolai Verlag. “Gleich nach Kriegsende mietet Ernst Wolff die Räume der alten Gaststätte “Köpenicker Hof” an der Köpenicker Straße und betrieb dort für kurze Zeit die “Florida Bar” als Vergnügungslokal für amerikanische Soldaten, mit gediegenem Interieur und Oberkellnern im Frack;...

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1972 – 1974

1972 Für 450.000 DM kaufte der Lehrer Dr. C. Michael Wilhelmi mit der SPD Abgeordneten Christel Rupprecht zusammen  die Häuser der Köpenicker Straße 174 und der Eisenbahnstraße 21. Schon seit längerer Zeit hatte Michael Wilhelmi nach einem Ort gesucht, der es ihm mit anderen Menschen zusammen ermöglicht, inspiriert durch die Philosophie Rudolph Steiners und dessen Gedanken der “Dreigliederung” der Gesellschaft, eine alternative Form des Zusammenlebens und...

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1975 – 1979

1975 Im Hinterhaus wird ein Atelier für künstlerische Arbeit eingerichtet, Axel Janitzki bietet dort in Zusammenarbeit mit der Freien Volkshochschule Kurse an. Die “Tarantel” hatte sich mehr und mehr zu einem Problem entwickelt, die immer wieder stattfindenden Konzerte wurden zu einer ernsthaften Lärmbelästigung, das Publikum bestand nicht mehr nur noch aus Studenten, sondern auch für das Drogenmilieu war die Kneipe zu einem beliebten Treffpunkt geworden und...

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1980 – 1984

1980 In der ehemaligen Modellgießerei richtet mein Vater Hermann Leisse mit Stiftungsgeldern eine Metallwerkstatt ein. Zusammen mit der Spielzeugwerkstatt und der sich ebenfalls im Haus befindlichen Malerei, bilden sie die “Werkhof Kreuzberg GmbH”. Das Hauptaugenmerk liegt einerseits auf der Ausbildung junger Menschen, andererseits aber auch auf einer sich  wirtschaftlich tragenden Werkstatt. Ein Jahr später wird in diesem Zuge mit der “Jugendwohn- und Ausbildungsgemeinschaft” eine Einrichtung geschaffen,...

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1985 – 1989

1985 Michael Wilhelmi überträgt gegen ein Wohnrecht seinen Anteil an den Häusern  an den Verein. 1986 Nach langen Überlegungen und trotz Bedenken vieler Mitarbeiter werden die Häuser und das Grundstück der Köpenicker Straße 175 für 1.1 Mio. DM gekauft. Auf dem Grundstück steht ein Vorderhaus, an das sich drei Seitenflügel anschließen und zwei Quergebäude, die einen zweiten Hinterhof bilden. 1987 In den beiden Läden der Eisenbahnstraße...

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1990

Das Wendejahr verändert vieles in Deutschland und der Welt und natürlich hat dies auch Auswirkungen auf das “Forum”, allein schon geographisch rückt es plötzlich aus seiner Randlage in die Mitte einer wiedererwachenden Großstadt. Die Köpenicker Straße ist keine abgelegene Straße mehr, die vom Nirgendwo ins Nirgendwo führt, sondern wird wieder zu einer wichtigen Verkehrsader Berlins. Viele Menschen aus dem Ost- und Westteil der Stadt wie auch...

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1991 – 1994

1993 Die Dauerbaustelle Forum” zieht weiter in die Köpenicker Straße 175. Ein lange von “STERN” vorbereiteter, bereits 1990 gestellter Förderantrag, wird Ende 1992 überraschend bewilligt. Also müssen von den Architekten Gisela Leisse und Axel Volkmann Bauantrag und Ausschreibung im Eilverfahren erstellt werden, die Finanzierung der 8 Mio. DM wird mit Hilfe der “GLS-Bank Bochum” und breiter Zusammenarbeit im Verein möglich gemacht. Im Februar ist schließlich Baubeginn,...

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1995 – 2002

1995 Die “Muse”, ein Restaurant mit anatolischer Küche löst das Auerbach ab. Vier Jahre versucht der Besitzer Haydar Inci, das Geschäft zu beleben, ohne Erfolg. 1999 Im Oktober 1998 muss die “Muse”, scherzhaft schon als das “Wohnzimmer” des “Forums” bezeichnet, da man dort so schön unter sich sein kann, endgültig aufgeben. Das “Pottenstein” folgt, ist aber eben so erfolglos und gibt schon nach einem Jahr wieder...

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Die Zeit bis 1900

Auf dem Gelände der Köpenicker Straße 174/173 wurde 1799 das Königliche Thorschreiberhaus errichtet. In der folgenden Zeit kam es zu mehreren Umbenennungen, 1801 Accise- Officiantenhaus, 1812 Königliches Thor- Officiantenhaus und schließlich von 1846-59 das Königliche Steuergebäude. Ob diese Änderungen mit Umbauten oder Neubauten verbunden waren, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Eine mögliche Funktion dieser “Königlichen Behörde” könnte die Kontrolle des nahe gelegenen, damals noch als...

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Forumbroschüren

Leben, Lernen und Arbeiten im Forum Kreuzberg Klicken Sie hier, um die Broschüre "Leben, Lernen und Arbeiten im Forum Kreuzberg" als PDF-Datei zu öffnen, bzw. herunterzuladen Klicken Sie hier, um die Broschüre „21 Jahre Forum Kreuzberg“ als PDF-Datei zu öffnen, bzw. herunterzuladen

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Quellenangaben:

  • Plankammer Berlin Kreuzberg
  • "Geschichtslandschaft Berlin Orte und Ereignisse Kreuzberg", Nicolai, Berlin 1994
  • Georg Bartels "Das Berlin der Jahrhundertwende", Verlag Dirk Nishen, Berlin 1990
  • "Kreuzberg in historischen Postkarten", Jaron Verlag, Berlin 1997